Round-up mit Geschichte

Round Up_(c) TravelOregon

Sachkundiges Publikum gehört beim Pendleton Roundup dazu – genauso wie lebendige Tradition und Kultur. (C) Travel Oregon

Wegen seiner vielen Bäume und Wälder ist Oregon an der Westküste besonders bei einer Tierart höchst beliebt: den Bibern. Das hat dem US-Bundesstaat den Spitznamen „Beaver State“ eingebracht. Gerade im Hochland um Bend aber sowie am Oberlauf des Columbia River breiten sich weite Landstriche aus, in denen sich etwas größere Tiere auch sehr wohl fühlen. Sprich: Dieses Land hat Pferden und Reitern einiges zu bieten.

Fruchtbares Land für Bauern

Kein Wunder, dass es auch eine lange Geschichte des Ranchings in Oregon gibt. Schon bald nachdem die beiden Entdecker Lewis und Clark den Weg vom Mississippi zum Pazifik gefunden hatten, folgten ihnen Siedler auf dem Fuß. Viele von ihnen ließen sich als Landwirte und Viehzüchter in dem fruchtbaren Land nieder und schufen ihre eigene Kultur. Weil es dabei nicht nur um Arbeit, sondern auch ums Vergnügen ging, fanden bald auch sportliche Veranstaltungen statt. Und wie sollte es bei Cowboys anders sein, als ginge es nicht ums Reiten. Was dem Städtchen Pendleton eine besondere Attraktion verschaffte – ein „Round up“. Seit 1910 steht es regelmäßig Anfang September im Kalender und ist damit das älteste, ununterbrochen stattfindende seiner Art in den USA. Das traditionelle Rodeo ist dabei der Mittelpunkt allen Geschehens, das im Lauf der Zeit um eine bunte Palette unterhaltender Angebote ergänzt wurde.

Begeisterung seit den Anfängen

Das erste Pendleton Round-Up begeisterte noch mit Militär- und Indianershows, Cowboyrennen sowie Wildpferdreiten im Rahmen eines Wettkampfs. „Die Worte ‚Pendleton‘ und ‚Round-Up‘ haben sich im Gedächtnis tausender Fans niedergelassen und werden dort wohl noch Monate, wenn nicht Jahre, weiterleben”, schrieb damals ein Reporter einer Tageszeitung, „Das Round-Up ist ein einschlagender Erfolg.“

Mischung aus Tradition, Sport und Kultur

Heute strömen zehntausende Festival-Fans zur legendären Round-Up Week und erwecken Geschichte, Tradition und Cowboy-Kultur zum Leben. Aussteller, Live-Musik, Shows, Pow-Wows und Umzüge bis in die Nacht hinein versetzen die Region und ihre Besucher regelmäßig in einen Ausnahmezustand. Als Highlight gilt neben des traditionellen Pendleton Round-Up Rodeos immer wieder auch Auftritte von Country-Musikstars.

Spielerischer Rückblick auf die Geschichte

Fester Bestandteil seit nunmehr 100 Jahren ist die „Happy Canyon Parade“ während der Round-up-Festwoche. Sie feierte heuer ein Jahrhundert Geschichte. Traditionell blickt das Herzstück des Events, die Happy Canyon Pageant-Show, allerdings viel weiter in die Vergangenheit zurück: Schauspieler zeichnen ein Bild der frühen Ansiedlung im Westen Amerikas, von der Lebensart der amerikanischen Ureinwohner über die Ankunft der Weißen bis hin zur Geschichte von Lewis und Clark und der frühen Pioniere, die mit ihren Planwagen den Oregon Trail erkundeten. Die Darsteller sind ebenso Gemeindemitglieder als auch Native Americans, die aus verschiedenen Teilen des Nordwestens anreisen, um an dieser Hommage an die Historie, wie es seit Generationen Tradition ist, teilzunehmen. Besucher lassen den Tag mit Cocktails und anderen Getränken an der legendären Goldie’s Bar eher wild als ruhig ausklingen.

Hautnahe Erfahrungen für Pferdefreunde

Wenn auch das Thema „Rodeo“ bei vielen Westernreitern, sagen wir mal: umstritten ist, so lässt sich doch nicht an der Tatsache rütteln, dass es für Pferdefreunde ein echtes Vergnügen ist, den sportlichen Vierbeinern „in action“ zuzusehen. Dazu kommt aber auch, dass gerade während dieser Woche in Pendleton jede Freundin und jeder Freund des Western-Stils auch vielfältige Gelegenheit bekommt, hautnah Wissen und Erfahrung zu sammeln. Obendrein ist rund um das Festival in Pendleton eine breite Reitszene herangewachsen, die auch während des restlichen Jahres zahlreiche Möglichkeiten bietet – zum Beispiel das eigene Equipment mit bewährten, aber auch attraktiven Zubehörteilen oder Kleidungsstücken zu ergänzen. Dazu ein andermal mehr.

Außergewöhnliche Lebensläufe

Empfohlen sei Besuchern auf jeden Fall die „Pendleton Round-Up and Happy Canyon Hall of Fame“. Jedes Jahr aufs Neue entscheidet eine Jury über die Neuaufnahme von Reiterinnen, Reitern und Pferden dort, Persönlichkeiten, deren Geschichte(n) kennenzulernen auf jeden Fall lohnt. Fotos, Sättel, Hüte, Auszeichnungen, Kleidungsstücke und vieles mehr zeichnen ein wechselhaftes, manchmal überraschendes Bild einer Szene, die hierzulande weitgehend unbekannt ist. In der Summe ergibt sich ein sehr breites Spektrum an Themen aus mehr als 100 Jahren Round-Up Geschichte.

 


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