Big Bend lässt’s beschaulich angehen

Der Westen von Texas und sein Nationalpark locken Reitfreunde mit Weite, Ruhe, grandiosen Ausblicken und natürlicher Schönheit der Landschaft.

Wenn man in der Gegend rund um Big Bend von einem „ride“ spricht, dann denken die meisten an zweirädrige Gefährte mit vielen Pferdestärken. Denn die Gegend rund um die texanische Stadt gilt als ein Dorado für Motorradfahrer. Kleine Nebenstraßen mit vielen Kurven in einer weit sich ausbreitenden Landschaft, das ist wie das Paradies für Biker. Auch für die weniger motorisierten, denn auch Radfahrer finden sich auf den Trails der Region zuhauf.

Bike oder Pferd?

Nichtsdestotrotz gehören Pferde in diesem traditionellen Ranchland zum alltäglichen Anblick. Fast schon könnte man meinen, sie seien so selbstverständlich, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt. Aber weil sich Besucher von überall her so für die „Bikerides“ interessieren, werden die wahren, die ursprünglichen Ritte gar nicht mehr so wahrgenommen.

Zwischen Wald und Wüste

Schauen wir uns das Land mal genauer an: Benannt nach einer markanten Schleife des Rio Grande, der die Vereinigten Staaten und Mexiko voneinander trennt, ist dieser Landstrich im Westen von Texas von auffallender Schönheit – wo sich weite Wüste und waldreiche Bergregionen begegnen, dicht bestanden mit Kiefern und Espen. Fern von Wetterkapriolen gehört am Himmel die Farbe Blau zum Alltag, tagsüber mit Sonnenschein angereichert, nachts mit feinster, sternenreicher Klarheit gesegnet, wie sonst kaum ein Ort in Nordamerika.Zudem sind die großen Städte fern. Mit einer Bevölkerungsdichte von mehr als einem Quadratkilometer pro Person ist Big Bend ein idealer Ort, um die einfachen Freuden der Stille, Einsamkeit und des offenen Raums neu zu entdecken.

Reich an Geschichte

Das Kronjuwel der Region ist der Big Bend Nationalpark, der mehr als 1.100 Quadratmeilen (2.850 Quadratkilometer) umfasst, in der sich unter anderem die drei mächtigen Schluchten des Rio Grande finden und das mächtige Bergmassiv der Chisos. Neben seiner einladenden Landschaft ist der Big Bend Nationalpark auch reich an Geschichte, mit Plätzen, die uns Jahrtausende menschlicher Besiedlung in einem rauen Land widerspiegeln – von den alten Indianern zu den Viehzüchtern und Bergleuten, die sich hier am Ende des 19. Jahrhunderts niederließen.

Überschaubare Besucherzahlen

Der besondere Charme: Dieweil dieser Nationalpark von der Fläche her zu den größten in den kontinentalen Vereinigten Staaten zählt, gehört er auch zu den am wenigsten besuchten. Eine stille Ecke ganz für sich allein in diesem wilden Land zu finden ist einfach, auch während der beliebten Jahreszeiten. Das wissen vor allem jene Reiterfreunde zu schätzen, die einmal ganz entspannt in einen Sonnenuntergang hineinreiten wollen, ohne dass sie Dutzende von Smartphone-Bilderjägern dabei verfolgen.

Entdeckungsreise zu Pferd

Es hat natürlich seinen Reiz, Big Bend auf jene Art und Weise zu erkunden, wie es die frühen Pioniere taten – auf dem Pferderücken. Big Bend Stables, ein örtlicher Veranstalter und Ausrüster, bietet eine Reihe von Pferde-Abenteuern – von einstündigen Ausritten durch die Berge bis zu fünftägigen Ausflügen nach Mexiko hinüber. Die bekannteste und beliebteste Tour ist jedoch das jährliche Longhorn Round-up im Big Bend Ranch State Park, wo eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern dabei helfen dürfen, die Büffel während dieses des Tages zusammenzutreiben und sich dabei am Lagerleben und einer herzhaften Mahlzeit vom offenen Feuer zu erfreuen. Big Bend Stables versteht es, sich auf Reiter aller Erfahrungsniveaus einzustellen, auch auf diejenigen, die noch nie auf einem Pferd gesessen sind.

Resort als kleine Ortschaft

Reitvergnügen in der gehobenen Klasse findet sich in Lajitas – Vier-Sterne mit allem Drum und Dran. Inmitten rötlicher Mesas und kantiger Kalksteinfelsen nahe dem Rio Grande bildet das „Lajitas Resort“ eine eigene kleine Stadt mit viel Platz für den Zeitvertreib seiner Gäste. Auch dort gehört Horseback-Riding zu den geschätzten Angeboten, um die malerische Landschaft zu erkunden.

Kakteenblüte im Frühjahr

Bleibt noch der Hinweis auf die Chihuahua-Wüste bei Big Bend. Sie bietet die größte Zahl von Kakteen aller nordamerikanischen Wüsten sowie reichlich Vegetation aller Sorten: Die Ranger im Nationalpark haben mehr als 1200 Pflanzenarten dort registriert. Jedes Jahr im März und April explodiert die Wüste in voller Blüte.  Viele Arten brauchen nur einen guten Regen für ihre „Showtime“. Die Wüste zeigt auch die enorme geologische Vielfalt von Big Bend, seien es die knorrigen Zinnen entlang des Chimney Trail mit ihren spektakulären Felsmalereien der Ureinwohner, seien es die surreale Landschaft und die riesigen in der Landschaft platzierten Steine der Grapevine Hills, die so skurill auf- und aneinander gelehnt dastehen, als hätte der liebe Gott Lust gehabt, mal mit ein paar großen Kieseln zu spielen.

Viele Wege für Reiter

Kommt man dort auch zu Pferd hin? Grundsätzlich gilt: Während Pferde auf asphaltierten Straßen oder Seitenstreifen des Nationalparks nicht erlaubt sind, stehen ihnen alle Schotterwege offen. Über Land zu reiten ist im Park erlaubt, außer in den Chisos Mountains, wo ihnen nur die Laguna Meadows, der Southwest Rim und die Blue Creek Trails offen stehen. Pferde sind nicht erlaubt auf Naturpfaden, den Santa Elena und Boquillas Canyon Trails sowie dem Pine Canyon Trail. Die Trails in den Chisos Mountain und auf der Burro Mesa dürfen nur tagsüber beritten werden.

 


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