Gefangen in der Urzeit

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Fossile Wolfschädel (echt) und animalische Phantasien (nachgebaut) zieren die La Brea Tarpits in Los Angeles. (c) Ulrich Pfaffenberger

Die „La Brea Tar Pits“, mitten im Stadtgebiet des heutigen Los Angeles, gerieten vor 25.000 Jahren unzähligen Wildtieren zur Falle – und gewähren den Besuchern heute einzigartige Rückblicke in die Geschichte.

Öl. Schatz der Erde. Sprudelnde Quelle des Gewinns. Hunderte nickender Förderpumpen rund um Los Angeles zeugen davon, wie dicht unter der Erdkruste das schwarze Gold zu finden ist. An einer Stelle tritt es seit vielen tausend Jahren offen zu Tage, in den „La Brea Tar Pitts“, den Teertümpeln von La Brea. Lange bevor Menschen diesen Raum zu besiedeln begannen, gerieten immer wieder wilde Tiere in den Sog der klebrigen Löcher, darin nach ihrem Tod bestens konserviert.

Kunst aus der Natur

Drinnen, im Dunkel des Museums, vor der Vitrine mit 400 im Morast gefundenen Wolfsköpfen (oberes Bild), das großen künstlerischen Installationen anderer Museen in nichts nachsteht, kommt so mancher ins Grübeln über Zeit, Ewigkeit und die Vergänglichkeit alles Irdischen. Während draußen der Großstadtverkehr dem nächsten Fast-Food-Stop zuströmt.

Realistisches Bild aus Fossilienfunden

Wo vor knapp hundert Jahren die „Rancho La Brea“ lag, befindet sich heute das Page Museum für Naturkunde, in dem die wesentlichen Fundstücke aus den Teergruben ausgestellt sind. In Fachkreisen gilt Rancho La Brea als eine der bedeutendste Fossilienfundstääten der Erde, gerühmt für ihre in Größe und Auswahl einzigartige Sammlung ausgestorbener Eiszeit-Tiere und -Pflanzen. In aufwendig und sehr anschaulich gestalteten Szenarien können sich die Besucher ein sehr realistisch anmutendes Bild davon machen, wie Los Angeles vor 10.000 und 40.000 Jahren aussah, als anstelle von Bodybuildern und Models Säbelzahnkatzen und Mammute die Landschaft durchstreiften.

Eiszeitliche Einsamkeit nach heute übertragen

Vor dem Museums, im Hancock Park, sind lebensgroße Repliken mehrerer ausgestorbener Säugetiere gezeigt, dem Image der Filmmetropole entsprechend in höchst dramatischen Inszenierung beim Überlebenskampf. Neben den künstlichen Figuren blubbern indes realistisch und ganz echt die Teerlöcher. Unter den Attraktionen von Los Angeles gilt bei Insidern das Page Museum als Geheimtipp. Vor allem an Werktag-Vormittagen, während sich das Leben im Verborgenen der umliegenden Bürogebäude abspielt, lässt sich mitunter sogar eiszeitliche Einsamkeit am Tümpel nachempfinden.


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