Der erste Flug – so kurz, so weit

"End of first flight" - ein kleiner Markstein erinnert an den Punkt, an dem Orville Wright den Flyer am 17. Dezember 1903 nach 12 Sekunden landete. (c) Ulrich Pfaffenberger
„End of first flight“ – ein kleiner Markstein erinnert an den Punkt, an dem Orville Wright den Flyer am 17. Dezember 1903 nach 12 Sekunden landete. (c) Ulrich Pfaffenberger

Ein windiger Dezembermorgen des Jahres 2001. Grüngraubraun liegt die Dünenlandschaft auf den Outer Banks von North Carolina vor mir. Auf dem kümmerlichen Restrasen ist eine rostige Schiene verlegt, in deren Verlängerung ein schmaler Pfad verläuft. Seitlich davon: vier bescheidene Steintafeln. Trotzdem trägt der Ort nicht weniger als den stolzen Titel eines „National Monument“. Denn hier haben vor 98 Jahren die Brüder Wilbur und Orville Wright den ersten dokumentierten Motorflug der Menscheitsgeschichte absolviert.

Wenn ich mir das so ansehe, wie nah die Markierungssteine beieinander stehen, dann brauche ich alle meine Phantasie, um mir diesen ersten Flug Orvilles vorzustellen. Einen Ball über diese Distanz zu werfen – keine Kunst. Was sind schon 120 Fuß? Keine 40 Meter… Aber der Mann hat eben keinen Ball geworfen, sondern eine Maschine zum Schweben und Vorwärtsfliegen gebracht, die viel schwerer war als Luft. Den „Wright Flyer“. Ich werde mir ihn kurz später im nahegelegenen Museum ansehen, dieses hölzerne, mit Leinwand bespannte Konstrukt, ausgestattet mit zwei Propellern, angetrieben von einem bescheidenen Motor. Ein Gestell, ähnlicher einem der Drachen, die wir im Herbst haben steigen lassen, als dem Propellerflugzeug, das in dieser Minute einen Kreis über dem Platz zieht. Eine Douglas C-54, auch als Rosinenbomber bekannt. Aber dazu später.

Schauplatz des ersten Motorflugs: die Kill Devil Hills in den Dünen vor North Carolina. (c) Ulrich Pfaffenberger
Schauplatz des ersten Motorflugs: die Kill Devil Hills in den Dünen vor North Carolina. (c) Ulrich Pfaffenberger

Wer auch nur ein bisschen Begeisterung für die Fliegerei empfindet, für den führt – irgendwann im Leben – der Weg in die Kill Devil Hills. Einer Dünelandschaft auf den Outer Banks vor North Carolina.


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