Geschichte im Sattel erleben

Terry und John Latschar haben die "National Riding Stables" in Gettysburg gegründet. (c) Ulrich Pfaffenberger
Terry und John Latschar haben die „National Riding Stables“ in Gettysburg gegründet. (c) Ulrich Pfaffenberger

Gettysburg ist einer der bekanntesten Orte in der Geschichte der USA: Die US-amerikanischen Kleinstadt im Adams County im Süden von Pennsylvania hat durch die Schlacht von Gettysburg im Amerikanischen Bürgerkrieg langdauernde Bekanntheit erlangt. In Gettysburg fand vom 1. bis zum 3. Juli 1863 eine entscheidende Schlacht statt, bei der 6.000 Männer getötet, 27.000 verwundet wurden.

Historisches aus anderer Perspektive

Wann auch immer man diesen Ort besucht, wird man auf geschichtsinteressierte Amerikaner treffen, die das hügelige Land rund um die Kleinstadt erkunden. Für Europäer mitunter schwer verständlich: Mit diesen Besuchen versuchen die Menschen dem Ursprung ihrer Nation auf die Spur zu kommen, zu erkennen, warum damals ein Bürgerkrieg geführt wurde, auf dessen beiden Seiten Menschen standen, die eigentlich einen Wunsch und ein Ziel hatten – eine neue Heimat zu finden, Familien zu gründen, Wohlstand zu finden.

Antworten auf Fragen finden

Derlei bekommt unsereins am besten von einem der „Licensed Battlefield Guides“ erklärt, die im Auftrag des National Park Service kürzere und längere Führungen durch das Areal anbieten. Sie kennen sich in der Geschichte sehr gut aus, sind mit dem Territorium und den Wegen vertraut und haben die Zeit, sich um Fragen zu kümmern. Wem der Fußweg von vielen, vielen Meilen zu mühsam und zu langwierig ist, oder wer nicht mit dem Auto die Tour unternehmen möchte, der kann sich dem Gettysburg Battlefield auch auf dem Pferd nähern – eine Perspektive, die vor 154 Jahren einigen wenigen Offizieren vorbehalten war.

Ausritt aufs Schlachtfeld mit symbolischem Hintergrund: Alle Pferde, die im Stall stehen, haben, sind „rescue horses“, also Tiere, die vor dem Pferdemetzger gerettet wurden. (c) Ulrich Pfaffenberger
Ausritt aufs Schlachtfeld mit symbolischem Hintergrund: Alle Pferde, die im Stall stehen, haben, sind „rescue horses“, also Tiere, die vor dem Pferdemetzger gerettet wurden. (c) Ulrich Pfaffenberger

Vom Reitstall aus aufs „Battlefield“

Terry und John Latschar haben sich nach ihrer Zeit beim National Park Service mit einem Reitstall selbständig gemacht, der solche Touren anbietet. Die „National Riding Stables“ grenzen direkt im Süden an den „Gettysburg National Military Park“ an, wo ein Besucherzentrum einen ersten Überblick verschafft. Es war Terrys Idee, nach ihrer aktiven Zeit als Park Ranger und Reitsportlerin, den Stall mit diesem ungewöhnlichen Angebot aufzubauen. Inzwischen lassen sich jedes Jahr mehr als 1.000 Besucher von ihr und ihrem Team über das Schlachtfeld führen. John, der als Leiter des Park Service mit verantwortlich war, dass insgesamt 17 Meilen Reit-Trails angelegt wurden, kümmert sich ums Handwerkliche im Hintergrund.

„Zweites Leben“ für die Pferde

Das Besondere an der Herde von Pferden, die die Gäste durchs Gelände tragen: Es sind ausschließlich „rescue horses“, also Tiere, die früher Kutschen gezogen oder andere Arbeiten verrichten mussten – und die von Terry und John vor dem Pferdemetzger gerettet wurden. Allein die Begegnung mit diesen Pferden ist schon ein Erlebnis für sich. Wie überhaupt in Gettysburg dem Verständnis für Leben und Tod ein neuer Aspekt hinzugefügt wird.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s